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Kokosöl: Was steckt hinter dem Hype?

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Kokosöl – Superfood, Wunderwaffe und ein totaler Hype. Doch was steckt wirklich dahinter? Hält das Kokosöl, was in sämtlichen Zeitschriften und Blogs versprochen wird? Oder kann man diesen Trend getrost aus dem Weg gehen?

Seit nun vier Wochen mache ich den Selbsttest und nutze Kokosöl für Haare, Haut und als Schutz gegen Krankheiten. Dabei konzentriere ich mich darauf mit dem Öl meine Neurodermitis und Schuppen zu therapieren und durch die Einnahme des Kokosnussöls mein Immunsystem zu stärken. Dabei möchte ich dir Fragen beantworten wie: Hilft Kokosöl gegen Neurodermitis? Kann ich das Öl als Haarkur anwenden? Hilft das Öl der Kokosnuss auch gegen Schuppen und trockene Haut?

Doch bevor ich diese Fragen beantworte möchte ich dir zuerst einmal näherbringen, welchen Ursprung das Kokosöl hat und wie es hergestellt wird.


HERSTELLUNG UND URSPRUNG VON KOKOSÖL

Kokosöl erlangte die erste wirtschaftliche Bedeutung im 19. Jahrhundert als die Niederlande die ersten Kokosnussplantagen in Ceylon anbauten. Doch woher stammte das Wissen, dass man aus dem Fruchtfleisch Öl pressen kann?


Das gepresste Kokosöl kann nach der Herstellung ein bis zwei Jahre gelagert werden, sofern es gekühlt wird.

Dieses Wissen geht etwa 3000 bis 4000 Jahre zurück als damals auf den Inseln vor Südostasien die Bewohner das Öl herstellten. Dieses Wissen schnappten die Niederländer auf und legten Plantagen an um das Kokosöl nach Europa zu bringen.

Zur Herstellung von Kokosöl wird das Fruchtfleisch (auch Kopra genannt) der Kokosnuss genutzt. Dieses wird zerkleinert und getrocknet bevor es dann ausgepresst wird. Je nachdem wird das Öl dann auch noch raffiniert (= Veredelung, Reinigung von Rohstoffen) und desodoriert (= Verdeckung, Entzug von Duftstoffen). Das gepresste Kokosöl kann nach der Herstellung ein bis zwei Jahre gelagert werden, sofern es gekühlt wird.


KOKOSÖL IM 21. JAHRHUNDERT

Die Produktion von Kokosöl nahm nach dem ersten Anbau auf Ceylon immer mehr zu, so dass die diese 2014 bei weltweit 3,1 Mio. Tonnen lag. Die meisten Anbaugebiete findest du heutzutage in Indien, Indonesien und auf den Philippinen. Am meisten genutzt zur Kultivierung der Kokospalmen werden dabei Regionen an Flussufern oder im Küstenbereichen.

Ist das Öl dann hergestellt macht es sich auf den Weg nach Europa um letztendlich in unserem Haushalt zu landen.

Kokosöl wird dir wahrscheinlich auch in der Anwendung zum Backen, Kochen und Braten bekannt sein. Dabei findet es sich auch gerne in Lebensmitteln wieder. So wird das Öl der Kokosnuss zum Beispiel in der Herstellung für Eiskonfekt, Margarine und Süßwaren eingesetzt.

In diesem Beitrag geht es jedoch um die Anwendung in der Kosmetik und Medizin und deswegen werde ich mich dieser nun etwas ausführlicher widmen.


Verwendung in der Kosmetik

Kokosöl findet nicht nur in der Küche und in Lebensmitteln Verwendung. Ebenfalls in der Kosmetik wird Kokosöl eingesetzt. Eingesetzt wird das Kokosöl besonders gerne wegen der enthaltenen Laurinsäure, welches unter anderen die Basis für Shampoo, Seifen und Sonnenschutzcreme ist. Für die Herstellung wird in Deutschland meist unraffiniertes Kokosnussöl genutzt.

Beliebt ist das Öl in der Kosmetik auch wegen seiner antibakteriellen und kühlenden Wirkung. Ebenso nutzt man es gerne in Cremes wegen seiner feuchtigkeitsspendenden Wirkung. Hierbei dringt das Kokosöl jedoch nicht zu tief in die Haut ein, wodurch die Haut nicht beginnt zu fetten.


Verwendung in der Medizin

Wie bereits im vorherigen Absatz beschrieben hat das Kokosnussöl eine antibakterielle und feuchtigkeitsspendende Wirkung. So kann es für Hautkrankheiten wie Akne, Neurodermitis oder Schuppenflechte hilfreich sein. Dabei hilft das Öl der Kokosnuss Entzündungsherde schneller abzuheilen und zu stoppen. Zusätzlich zu der äußerlichen Anwendung kann es hilfreich sein täglich circa einen Teelöffel Kokosöl einzunehmen, damit das Öl auch von innen gegen Krankheiten helfen kann.


So kann es für Hautkrankheiten wie Akne, Neurodermitis oder Schuppenflechte hilfreich sein. Dabei hilft das Öl der Kokosnuss Entzündungsherde schneller abzuheilen und zu stoppen.

Die Einnahme des Öls hilft dir indem es mit seinen Antioxidantien gegen fast alle Arten von Immunerkrankungen schützt. So kann es gut sein, dass du von den Erkältungs- und Grippewellen verschont bleibst. Der oben genannte Teelöffel pro Tag reicht vollkommen um deinen Körper nachhaltig zu stärken.

Kokosnussöl ist übrigens auch ein guter Helfer gegen Ungeziefer. Hier beugt es Mückenstichen vor und hält Kopfläuse und Zecken ab, sofern du dich mehrmals in der Woche dünn damit einreibst.


KOKOSÖL GEGEN NEURODERMITIS

Seit meiner Jugend leide ich an Neurodermitis, welche in Schüben immer mal wieder stark auftritt. So können Stress oder äußere Einflüsse einen Ausbruch herbeirufen. Cortison und Hydrocortison halfen nur bedingt und Cortison ist aufgrund angeschwollener Hände und einem aufgedunsenen Gesicht als Nebenwirkung nicht gerade mein Mittel der Wahl. Vor einiger Zeit bin ich dann darauf gestoßen, dass Kokosnussöl aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung Entzündungen abheilt und die Haut mit ausreichend Feuchtigkeit versorgt. Gerade bei der Neurodermitis, durch welche die Haut an den betroffenen Stellen auch extrem trocken sein kann, ist es wichtig, dass die Haut mit ausreichend Feuchtigkeit versorgt wird. Ich ließ es auf einen Versuch ankommen und war überrascht über das Ergebnis.


Eine deutliche Verbesserung verspüre ich ebenso bei Juckreiz, der mich zuvor oft plagte.

Das Kokosöl half schnell dabei die Entzündungen zu reduzieren. Dies trat bei mir auch nach etwa zwei Tagen ein. Die Stellen an welchen die Neurodermitis besonders schlimm war verbesserten sich enorm. Die Abschuppungen der Haut waren nicht mehr so extrem und auch wurden die knallroten Flecken immer blasser. An den Körperstellen, wo die Neurodermitis nur leicht ausgebrochen war heilte diese sogar innerhalb einer Woche ab. Was ich festgestellt habe ist, dass es wichtig ist das Kokosöl auch einzunehmen, damit die Entzündungsherde abklingen können beziehungsweise der erneute Ausbruch verhindert werden kann. Was ich nämlich feststellen konnte ist, dass die von der Krankheit betroffenen Stellen ab einem bestimmten Grad nicht weiter abheilen, wenn ich das Kokosnussöl nur äußerlich anwende. Für die Einnahme des Kokosöls rühre ich morgens immer einen Teelöffel in meinen Kaffee. Nutzt du unraffiniertes, natives Kokosöl ist ein angenehmer Nebeneffekt, dass der Kaffee leicht nach Kokos schmeckt und riecht. Eine deutliche Verbesserung verspüre ich ebenso bei Juckreiz, der mich zuvor oft plagte. Dieser tritt kaum noch an den betroffenen Stellen kaum noch auf.

Diese positive Erfahrung bringt mich zu dem Fazit, dass ich das Kokosnussöl weiterhin gegen meine Neurodermitis einsetzen werde, da es mir hilft. Meine Haut ist besser und das Jucken tritt kaum noch auf. Das ist ein ziemlich beeindruckendes Ergebnis dafür, dass ich mit keinerlei Erwartung den Test gestartet habe.


KOKOSÖL ALS HAARKUR

Kokosöl als Haarkur zu nutzen ist wohl die meist verbreitete Möglichkeit das Öl zu nutzen. Davon hast du sicherlich auch schon gehört, oder? Natürlich steht in Zeitschriften und Online Mags immer viel drin, was oftmals nichts bringt. Man denke nur mal an Frauenzeitschriften, welche jede Woche eine Diät vorstellen mit der du noch mehr innerhalb von zwei Wochen abnehmen kannst als mit der Diät aus der letzten Woche. Oftmals sind diese Artikel einfach nur Quatsch.

Um herauszufinden, ob denn die Artikel darüber stimmen, dass das Öl der Kokosnuss als Haarkur dafür sorgt, dass deine Haare geschmeidig und glänzend sind, habe ich auch in diesem Fall einen Selbsttest gestartet.


Anwendung

Hingegen einer Haarkur, welche du aus dem Drogeriemarkt kaufst kommt das Kokosöl vor der Haarwäsche in die Haare. Die Kur lässt du dann einige Zeit einwirken. Damit die Nährwerte richtig einziehen können solltest du das Öl nicht vor 30 Minuten Einwirkzeit abspülen. Erst dann können die Wirkstoffe sich entfalten und ins Haar eindringen. Für eine Intensivkur kannst du das Öl auch nachts einwirken lassen. Hierzu gibst du abends eine kleine Menge des Öls in deine Haare. Achte darauf, dass es nicht zu viel ist, deine Haare sollen nicht mit Öl triefen, sondern nur leicht bedeckt sein. Am nächsten Morgen spülst du das Kokosöl dann aus.


Durch die enthaltenen Vitamine und Mineralien kann Kokosöl gegen Spliss und Haarausfall helfen.

Achte darauf, dass du zum Ausspülen ein Shampoo ohne Silikone verwendest. Desweiteren solltest du ein natives Bio-Kokosöl nutzen, da desodoriertes und raffiniertes Öl nicht die wichtigen Nährstoffe erhält.


Benefits von Kokosöl als Haarkur

Benutzt du das Öl als Haarkur kann das Öl dir gegen viele Probleme mit deinen Haaren helfen. Durch die enthaltenen Vitamine und Mineralien kann Kokosöl gegen Spliss und Haarausfall helfen. Die Inhaltsstoffe stärken das Haar von innen, repariert das Haar und kann die Haarstruktur neu aufbauen.

Kennst du das, wenn du unter der Dusche stehst oder die Haare kämmst und schockiert darauf schaust wie viele Haare du plötzlich in den Händen hältst? Dabei kann dir Kokosnussöl ebenfalls helfen. Durch die enthaltene Laurinsäure kann Haarausfall gelindert werden. Dazu solltest du regelmäßig vor dem Haarewaschen die Kopfhaut mit Kokosöl einmassieren.


KOKOSÖL ALS ZAHNPFLEGE

Aus der ayurvedischen Alternativmedizin kommt das Ölziehen, eine Methode der Zahnpflege bei welcher der Mund mit Pflanzenöl gespült wird. Kokosöl eignet sich aufgrund seiner antibakteriellen und entzündungshemmenden Wirkung besonders gut für das Ölziehen, da mit dem Kokosnussöl Bakterien bekämpft und Entzündungen im Mund geheilt werden können. Dadurch, dass das Öl der Kokosnuss antibakteriell ist beugt das Öl auch Mundgeruch vor.

Da besonders häufig durch den Mund Bakterien in unseren Organismus geraten soll das Ölziehen dabei helfen durch die Bekämpfung der Bakterien Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Hautprobleme, Rheuma, Arthrose sowie Nieren- und Blasenleiden zu lindern. Wichtig ist hierbei, dass das Öl nicht hinuntergeschluckt wird, sondern nach dem Spülen ausgespuckt wird. Hintergrund ist, dass die Bakterien aus der Mundhöhle an das Kokosöl gebunden werden und mit dem Ausspucken aus dem Körper ausgeschieden werden.


Anwendung

Für die Anwendung benötigst du ein kaltgepresstes, natives Bio-Kokosöl. Davon bewegst du einen Esslöffel zehn bis fünfzehn Minuten lang langsam im Mund herum. Dabei ziehst du das Öl immer wieder durch die Zähne. Die häufigste Empfehlung für die Anwendung lautet, dass man das Ölziehen ein bis zwei Wochen lang jeden Morgen vornehmen soll um den Körper zu entschlacken.


Da besonders häufig durch den Mund Bakterien in unseren Organismus geraten soll das Ölziehen dabei helfen durch die Bekämpfung der Bakterien Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Hautprobleme, Rheuma, Arthrose sowie Nieren- und Blasenleiden zu lindern.

Dadurch, dass du das Öl durch die Zähne ziehst gelangt dieses in die Zahnzwischenräume. Das Öl kann so Essensreste und Bakterien aus den Zwischenräumen entfernen. Der Vorteil zu Zahnseide ist, dass das Öl in die noch so kleinste Lücke kommt und somit tatsächlich alle Essensreste beseitigen kann. Ebenso kann das Öl in die Zahnfleischtaschen eindringen und Bakterien aus diesen entfernen. Dies kann dir gut gegen offene Zahnhälse helfen, doch auch Entzündungen in der Mundhöhle können durch das Kokosnussöl schneller abheilen. Ein weiterer Vorteil des Kokosöls ist, dass es durch seine antibakterielle Wirkung den Zahnbelag von deinen Zähnen löst. Dies geschieht mit dem Öl sehr sanft und schädigt dadurch nicht den Zahnschmelz. Durch die Entfernung des Zahnbelags sind die Zähne nach dem Ölziehen leicht aufgehellt. Nutzt man die Methode also regelmäßig und pflegt seine Zähne auch sonst ordentlich kann das Ölziehen dazu beitragen die Zähne schonend aufzuhellen und Verfärbungen vorzubeugen.


FAZIT

Mit Kokosöl kann man nicht nur backen, braten und kochen, sondern man kann es auch als Kosmetik und Medizin einsetzen. Grund dafür sind hier die antibakteriellen und feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften des Öls.

Mir hat es bei meiner Neurodermitis geholfen. Natürlich kann ich dir oder jemand anderes nicht versprechen, dass es hilft. Jeder Mensch ist da anders und so helfen einige Dinge bei einem Menschen besser und die anderen weniger. Was ich dir empfehlen kann ist, dass du das Kokosnussöl mal als Haarkur verwendest. Das Haar ist dadurch leichter kämmbar, geschmeidiger und hat mehr Glanz.


NUN BIST DU AN DER REIHE!

  • Hast du bereits Kokosöl ausprobiert? Wenn ja, in welchen Bereich?
  • Welche anderen Öle nutzt du?


Bis zum nächsten Mal!


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1 thought on “Kokosöl: Was steckt hinter dem Hype?”

  1. Ah, hier ist ja endlich der langersehnte Beitrag zum Kokosöl 🙂

    Ich verwende es derzeit eigentlich nur zum Backen oder Kochen, da es geschmacksneutral ist, aber trotzdem das Essen sehr lecker schmecken lässt und sehr gut bindet. Und als Sirup in meinem morgendlichen Kaffee.

    Bei meinem letzten Friseurbesuch wurde ich gefragt, ob ich wöchentlich eine Kur auftrage. Ich hab einfach mit „Ja“ geantwortet, weil ich der Meinung war, schon genug Geld ausgegeben zu haben und tatsächlich noch Reste einer Kur zu Hause hatte. Allerdings bin ich mit dieser nur wenig zufrieden, da es meine Haare nicht glänzen lässt und eigentlich das Haar noch schwerer macht. Also genau das, was mein neues Shampoo macht, nämlich weiches, fluffiges und leichtes Haar, wieder rückgängig. Ich hab dann auch mal darüber nachgedacht, mir Öl in die Haare zu schmieren, aber da fing es dann wieder an, welches? Daher werde ich das mit dem Kokosöl mal ausprobieren, denn den Geruch mag ich sehr gerne und wenn es hilft, den Haarausfall ein wenig zu reduzieren/zu stoppen, immer her damit.

    Beim Öl Ziehen hab ich dann aber noch eine Frage. Ich habe Kokosöl, dass so gesehen erst einmal fest ist, und sich bei Hitze/Wärme verflüssigt. Welches hast du genommen bzw. wovon soll ich 1 EL nehmen, von dem noch „festen“ Öl, dass sich dann im Mund verflüssigt oder es erwärmen, damit es flüssig wird, abkühlen lassen und dann erst benutzen? Ich bin zwar vor fast 2 Monaten auf elektrische Schallzahnbürste umgestiegen, aber auch die gelangt nicht ganz bis in die Zahnzwischenräume, daher würde ich das Kokosöl gerne auch hier mal anwenden und schauen, ob es bei mir ebenso hilft.

    Achja, ich habe durch Zufall in den Regalen des Supermarktes entdeckt, dass es derzeit Rama Butter mit Kokosöl gibt 🙂 Hab mir das auch mal mitgenommen, zusammen mit Walnussöl. Vielleicht ist das ja auch was für dich 🙂

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